Wörter, die wir selten gebrauchen

HängemattengestellIch habe mir letzte Woche ein Reimlexikon gekauft und einfach einmal aus Lust und Laune darin herum geblättert. Ich muss sagen, es war wirklich sehr amüsant und aufschlussreich, denn mir fiel auf, wie viele Worte ich nie oder sehr selten nutze, obwohl ich Muttersprachler bin. Natürlich sind darunter oftmals Fachbegriffe bzw. Worte aus einem bestimmten Themengebiet zu finden, mit dem ich mich weniger beschäftige, wie zum Beispiel Hängemattengestell, aber ich habe auch schon einige Worte entdeckt, die ich deshalb nicht nutze, weil sie nicht wirklich kompatibel mit meiner Umgangssprache sind, zum Beispiel, weil diese Wörter recht alt sind.

Ich möchte im Folgenden einmal ein paar Worte nennen, die ich selten gebrauche oder von denen ich noch nicht einmal die Bedeutung kenne. Vielleicht geht es dem Einen oder Anderen hier ja ähnlich und wir können einmal “verstaubte Worte” neu aufleben lassen? Nun gut, ich werde jetzt also nur mit einer Trennung durch Kommas einige Worte nennen, die ich selten oder nie gebrauche:

Unweigerlich, Hängemattengestell, nichtsdestotrotz, süffisant, Gestocher, verschmockt, hochverehrt, Kanaille, kongenial, Matz, Geratter, Kongruenz, verkittet, Kimmung, Schlafittchen, Sporne, chorisch, erkühnen, Argusauge, bergan, Korral, Akelei, Weichensteller, Karmeliterin, sinister, Fistel, Müßiggang, Fulminanz, obendrein, graduell.

Diese Aufzählung soll jetzt einmal als Beispiel genügen. Sicherlich ließen sich hier noch einige andere Wörter mehr aufzählen, zum Beispiel auch Eigennamen oder historische Begriffe, die man im alltäglichen Sprachgebrauch weniger findet (es sei denn, man ist Geschichtslehrer oder Museumsmitarbeiter). Erstaunlich, wie viele unausgesprochene Worte sich für jeden von uns finden lassen, nicht wahr? Lässt sich daraus schließen, dass unsere Sprache im Alltag zu eintönig ist?

Nun, das glaube ich weniger. Aber ich denke schon, dass wir bestimmte Worte und Wortfelder nur zu besonderen Anlässen oder in besonderer Gegenwart (z.B. bei Fachtagungen) benutzen. Ähnlich ist dies ja mit unserem Verhalten, dass sich ändert, je nachdem, wer vor uns steht. Wir passen uns eben an. Und das ist doch auch gut so!

 

Bild: Dieter Schütz / pixelio.de

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